Dein Potsdam
Unterwegs auf den Havelgewässern, Foto: PMSG/ Nadine Redlich
Unterwegs auf den Havelgewässern, Foto: PMSG/ Nadine Redlich

Unterwegs auf den Havelgewässern

Mein einprägsamstes Erlebnis im Wassersportrevier der Potsdamer Havelseen habe ich als Zuschauerin miterlebt. Noch dazu im Winter, was vielleicht im ersten Moment überraschend sein mag. Wasser und Bootfahren sind auf den ersten Gedanken Sommererlebnisse, aber in Potsdam tatsächlich ganzjährig erlebbar.

Im Februar war ich im Laufe des Vormittags entlang der Alten Fahrt, die nördlich der Freundschaftsinsel liegt, spazieren. Motorboote sind hier nur zum Anlegen im touristischen Hafen erlaubt und in der Regel trifft man hier Tretboote oder Wassersportler. Man sah nicht weit, denn über Land und Wasser lag dichter Nebel. Beim Einatmen habe ich die Feuchtigkeit des Nebels gespürt. Plötzlich merkte ich, dass ich rechts auf dem Wasser von zum Flug startenden Enten überholt wurde. Beim Blick zurück sah man sie, aus dem Nebel kommend, starten. Die Schlieren des Starts im spiegelglatten Wasser, der beginnende Schrägflug kurz über der Wasseroberfläche und ich fragte mich schon, was diese dem ruhigen Morgen untypische Hektik verursacht hatte. Hinter ihnen schälten sich schnell drei Kanadier aus dem Nebel. Die Stechpaddel verdrängten energisch das Wasser, Kommandos drangen durch und es war mir schon klar, da sind keine Breitensportler, wie ich es bin, unterwegs, sondern dass sind Profis. Ich war gespannt, welche Namen ich lesen würden, wenn sie auf meiner Höhe wären. Tatsächlich konnte ich dann Sebastian Brendel auf dem vordersten Kanadier lesen, bevor sie Sekunden später wieder vom vor mir liegenden Nebel verschluckt wurden.

Ganz sicher war das ein Wetter, bei dem nur die in Potsdam trainierenden Olympioniken oder die Berufsschifffahrt auf dem Wasser zu finden sind. Der Genuss des Gefühls auf dem Wasser unterwegs zu sein, erschließt sich im Winter wahrscheinlich nur wenigen. Im nun beginnenden Sommer sind sich Spitzen-, Breiten- und Freizeitsportler sicherlich einig, dass es etwas ganz Besonderes ist, in Potsdam und Umgebung auf dem Wasser zu sein. Aufregende Stadtsilhouetten wechseln sich mit beschaulichen Ecken ab, an denen nur das Plätschern der Wellen und das Glucksen des Wassers an der Bordwand zu hören ist.

Ich möchte dich heute mitnehmen auf eine Tour auf dem Wasser, bei der wir uns auf das langsame, von uns selbst verursachte Vorangleiten des Bootes konzentrieren. Das heißt, ein wenig Muskelkraft müssen wir schon investieren. Unternehmen kannst du die Runde zu jeder Jahreszeit, aber im Sommer ist sie besonders schön.

Da ich selber als Breitensportlerin Mitglied der Potsdamer Rudergesellschaft bin, starten wir unsere Tour in die Ruhe der Potsdamer Havelseen am Seekrug, der wie das Kongresshotel auf dem Gelände des Luftschiffhafens liegt. Hier trainiert nicht nur Sebastian Brendel, sondern auch die Ruderprofis, Leichtathletikolympioniken und Fußballerinnen von Turbine Potsdam, 2-fache Champions League Gewinnerinnen im Frauenfußball.

Boote kannst du am Kongresshotel oder auf dem Campingplatz Sanssouci mieten. Am Seekrug mit dem Blick auf Hermannswerder starten wir in den Templiner See Richtung Caputh, biegen jedoch nach dem Campingplatz in den Petzinsee ab. Schlagartig wird es ruhiger auf dem Wasser, denn in den Petzinsee biegt man zum Baden ein, zum Genießen der Sonne an Deck und vielleicht zum Lesen. Motoren sind hier erlaubt und ein nettes Plätzchen findet sich auch zum Übernachten. Ganze Entenfamilien mit Nachwuchs schnattern aufgeregt im Uferbereich umher. Abends beim Sonnenuntergang glitzert die Sonne in einem warmen Gelbton auf der Wasseroberfläche. Meist ist nur noch das leise eintauchen von den Paddeln zu hören und Kajakfahrer grüßen Ruderer oder SUP-Fahrer, während vom Strand am Ufer noch fröhliches Kinderlachen rüberschallt.

Am Ende des Petzinsees stoßen wir auf den Wentorfgraben, der diesen mit dem Schwielowsee verbindet. Dieser ist sehr flach und daher können wir ihn auf unserer Tour ohne Motor passieren. Suggestiv wird es hier, weil die Laubbäume kaum Sonne durchlassen, Insekten (ja, auch Mücken) uns umschwirren und das Wasser dunkelschlammig wirkt. Der Wentorfgraben entlässt uns in den Schwielowsee, welcher ein Kontrastprogramm bietet. Als einer der größten Havelseenbirgt er viel Wellenpotential bei Wind. Daher wenden wir uns aus dem Graben kommend nach links, um möglichst schnell über den Kanal des Caputher Gemündes zurück zum Templiner See einzubiegen. Perfekt für die Pause zum Eisessen ist Caputh, da hier am Kanal zwei Eisdielen liegen und Ausstiegmöglichkeiten vorhanden sind. Der Kanal ist für mich immer ein Ort des Sehens und Gesehen Werdens, da überall Bänke mit Blick auf das Wasser stehen, welche natürlich immer voll sind. Verständlich, denn auch das gemütliche auf das Wasser schauen und die Boote vorbeiziehen zu lassen, ist Entspannungsgenuss pur. Es passiert viel, die Weiße Flotte mit der Fahrgastschifffahrt kommt vorbei, Motorboote, Ruderboote, SUPs und dergleichen.

Dann sind wir auch schon auf dem Rückweg und passieren das Caputher Schloss am Templiner See. Für Freizeitkapitäne ist dies ein wohldurchdachter Tagesausflug mit Möglichkeiten zum Baden, picknicken, ein bisschen Kultur, Eis oder einem Feierabendbier im Forsthaus Templin.

Um zu hören, wie es sich anfühlt, auf den Spuren Sebastian Brendels und Birgit Fischers in Richtung Stadt und Glienicker Brücke unterwegs zu sein, lade ich dich ein, die aktuelle Episode des "Dein Potsdam"-Podcast zu hören. Genieße deinen Ausflug auf die Havel und schreibe uns davon….

 

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Mitarbeiterin Gruppen Service, PMSG Potsdam Marketing und Service GmbH

Potsdam auf den zweiten Blick

Ganz klar, Potsdam ist bekannt für seine unzähligen Schlösser und die weitläufigen Parkanlagen. Doch abseits von Schloss Sanssouci, dem Holländischen Viertel und der Glienicker Brücke gibt es noch viel mehr zu entdecken. Wer Potsdam schon oft besucht hat und scheinbar jede Gasse und jedes Schloss kennt, der sollte sich der Stadt noch einmal vom Wasser aus nähern und einen zweiten Blick werfen. Denn Potsdam, umgeben von der idyllischen Havel und ihren Seen, ist eine Insel.
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