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Schlosstheater, Foto: SPSG/ Celia Rogge
Schlosstheater, Foto: SPSG/ Celia Rogge
Neues Palais im Park Sanssouci, Foto: PMSG SPSG/ André Stiebitz
Neues Palais im Park Sanssouci, Foto: PMSG SPSG/ André Stiebitz

Was für ein Theater – Vorhang auf für eine wichtige Spielstätte aus Friedrichs II. Zeiten

Von außen ist es kaum sichtbar. Nur wer genau hinschaut, sieht die Attikafiguren mit ihren Masken und Musikinstrumenten. Sie lassen auf die Funktion dieses Teils des Schlosses schließen. Denn, Achtung, hier versteckt sich im südlichen Seitenflügel des Neuen Palais das Schlosstheater.

Friedrich II. hat sich damit ohne Frage ein wahres Schmuckstück bauen lassen. Obwohl es mit seinem üppigen Gold-Dekor nur so funkelt, hat der König auch hier auf das Geld geachtet. Der erste Entwurf von Carl von Gontard wurde abgewählt. Dieser war Friedrich II. zu kostspielig und entsprach nicht seinen aufgeklärten Vorstellungen eines Schlosstheaters. Vielmehr schwebte ihm die Wiederbelebung des antiken Theaters vor – ähnlich wie im 1748 von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff eingerichteten Theater im Potsdamer Stadtschloss. Und so bestimmte Friedrich II. das Knobels dorffsche Werk als künstlerisches Vorbild für die Gestaltung des Zuschauerraums des Schlosstheaters. Der Niederländer Johann Boumann, der zu dieser Zeit auch Kastellan des Stadtschlosses war und unter Friedrich Wilhelm I. bereits das Holländische Viertel gebaut hatte, wurde mit der Bauleitung beauftragt. Johann Christian Hoppenhaupt übernahm die Ausgestaltung des Zuschauerraums – angelehnt an ein Amphitheater mit aufsteigenden Zuschauerrängen. Dekoriert wurde im Stile des Friderizianischen Rokoko mit vergoldeten Rocaillen, kombiniert mit Blumenelementen. Bewusst wurde auf eine Königsloge verzichtet. Friedrich II. verfolgte das Bühnenspektakel aus der dritten Reihe des Parketts – erstmals im Sommer 1768. Fortan gab es hier viel Theater zu erleben! Jedoch ließ Friedrich II. fast nur italienische Opern und französisches Schauspiel zur Aufführung bringen.

Ganz anders hielt es sein Nachfolger Friedrich Wilhelm II. Dieser zeigte generell wenig Interesse an dem Schloss, nutzte das Theater aber unter anderem, als seine Schwester Prinzessin Wilhelmine von Preußen im Juli 1789 in Potsdam weilte und im Neuen Palais aufs Prächtigste empfangen wurde. Während ihres sechstägigen Aufenthalts wurden im Schlosstheater jeden Abend Opern und Komödien aufgeführt, darunter auch das hochaktuelle, deutsch-sprachige Drama „Don Carlos“ von Friedrich Schiller – zu Friedrichs II. Zeiten undenkbar!

Bis heute hält man an der Vielfalt der Nutzung des Schlosstheaters fest. Nach siebenjähriger Schließung und Sanierung finden dort nun endlich wieder Auf-führungen aller Couleur statt. Auch im Rahmen einer Sonderführung kann man einen Blick hinter die Kulissen werfen. Und wird staunen! Denn das Schlosstheater ist ein Juwel, das von außen fast unbemerkt bleibt.

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Mitarbeiterin Contentredaktion, PMSG Potsdam Marketing und Service GmbH

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